Es war das Laufrad einer Fördereinrichtung, das seit etwa 100 Jahren im einstigen Grubenfeld verborgen lag. Nur wenige Einheimische wussten noch von seiner Existenz und zwei von ihnen, die Herren Muschter und Kunze, wollten sich mit diesem Umstand nicht mehr länger zufriedengeben.

Historischen Quellen zufolge entstand in Skoplau, heute einem Ortsteil von Colditz, im Jahr 1808 das erste und damit älteste Königlich Sächsische Braunkohlenwerk. Die untertägigen Anlagen sind mittlerweile eingebrochen, die oberirdischen Zeugnisse längst verschwunden. So gut wie nichts erinnert hier mehr an die Anfänge des Braunkohlebergbaus in Sachsen.

Ende 2018 gelang es den Beiden in Eigenregie, das sperrige Relikt zu bergen und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Doch damit geben sie sich noch nicht zufrieden: geplant ist, das Seilrad auf einen Sockel zu stellen, es zu konservieren und mit einer Infotafel zu versehen. So soll es als eines der letzten Zeugnisse auf die Bergbaugeschichte des Ortes aufmerksam machen. Zu erreichen ist das Exponat über die S44 zwischen Commichau und Skoplau.

Text: Martin Rust, Hermann Muschter

Foto: H. Muschter