Pressemitteilung Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Leipzig:

Internationaler Tag des Baumes 25. April 2019 – Bäume können nicht weglaufen

Am 25. April ist der jährliche Tag des Baumes. Mit Feierstunden und öffentlichen Baumpflanzen rückt die Bedeutung von Bäumen und Wäldern für Leben und Wohlbefinden der Menschen am internationalen Tag des Baumes Tag wieder in das öffentliche Bewusstsein.

Der Frühling begann im Februar

„Früher war der April der klassische Frühlingsmonat, um Bäume zu pflanzen“, erklärt Andreas Padberg, Leiter des Forstbezirkes Leipzig. „In den letzten Jahren und auch in diesem Jahr mussten wir aber erleben, dass das Frühjahr mit Temperaturen über 20 Grad schon im Februar begann. Die Nachricht, dass sich unser Klima verändert, ist nicht neu. Darum sind wir auch schon seit Jahren dabei, den Wald auf den Klimawandel vorzubereiten. Aber die Geschwindigkeit der Klimaveränderungen und die Heftigkeit ihrer Folgen für unseren Wald in den letzten beiden Jahren sind so enorm, dass ganze Waldökosysteme wie in Colditz der Trockenheit, dem Sturm und dem Borkenkäfer nahezu vollständig zum Opfer fallen und andere sehr geschwächt werden. So ist der Eschenborkenkäfer mit dem Eschentriebsterben dabei nahe Zwenkau die gesamten Eschenbestände des Eichholzes zum Absterben zu bringen. Und das sind nur wenige Beispiele,

Bäume können nicht weglaufen

Bäume sind ortsfest und können bei Veränderungen der Umweltbedingungen nicht fliehen oder ausweichen. Sie müssen sich an neue Bedingungen anpassen, wenn sie nicht zugrunde gehen wollen. Für eine solche Anpassung benötigen komplexe Ökosysteme wie der Wald normalerweise viele Wald-Generationen. Im Wald dauern Generationswechsel jedoch 100 bis 200 Jahre oder länger, während sich beispielsweise die Insektenwelt teilweise mit mehreren Generationen pro Jahr relativ rasch an veränderte Bedingungen anpassen kann. Mit ihren langen Generationswechseln haben Wälder es schwer, sich an die rasanten Veränderungen des aktuellen Klimawandels anzupassen und geraten daher ganz besonders unter Druck.

Der Wald der Zukunft

Wir Forstleute unterstützen den Wald bei der Anpassung an den Klimawandel. Wir setzen dabei verstärkt auf standortangepasste Laub- und Nadelbaumarten, die sich möglichst natürlich verbreiten sollen. Gepflanzt wird dort, wo ein Baumartenwechsel z. B. hin zur Eiche, ohne aktive Unterstützung der Forstleute von Natur aus viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauern würde.

Neue Bäume braucht das Land

Um zukünftig eine größere Vielfalt an Baumarten für unterschiedliche Standort- und Klimabedingungen zu haben, werden auch fremdländische Baumarten, wie der Tulpenbaum, die Baumhasel oder die Schwarznuss erforscht. Dies sind nur einige Baumarten, die für das Klima der Zukunft geeignet scheinen und die bereits seit vielen Jahren aus Parkanlagen, botanischen Gärten und Versuchsanbauten bekannt sind. Die Edelkastanie, die Küstentanne und die Douglasie beweisen bereits seit über hundert Jahren ihre Eignung als Waldbaumarten hier bei uns in Deutschland.

Hintergrund zum Tag des Baumes

Der Tag des Baumes ist jedes Jahr am 25. April. Seit bald 150 Jahren gibt es diesen Gedenktag. Der Tag des Baumes geht auf den Amerikaner Julius Sterling Morton zurück. Der Farmer und Journalist forderte in seiner “Arbor Day-Resolution” vom Staat Nebraska (USA) einen jährlichen Arbor Day (Tag des Baumes). Am 10. April des gleichen Jahres wurden dann in dem baumarmen Bundesstaat über eine Million Bäume gepflanzt. Es dauerte rund zwei Jahrzehnte, bis sich dieser Aktionstag in allen US-Staaten etablierte. An diesem Tag, ursprünglich der 10. April, werden seitdem traditionell Baumpflanzungen durchgeführt.

Der Tag des Baumes wurde am 27. November 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen.
Der deutsche Tag des Baumes wurde erstmals am 25. April 1952 begangen. Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten im Bonner Hofgarten einen Ahorn. Der damalige Ehrentag für den Baum war durch die Nachkriegssituation geprägt und gedachte der Abholzung und Zerstörung der Wälder während des Krieges.

Kontakt:

Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Leipzig

Christiane Wolfram

Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik

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