Alle Wanderfreunde und Waldbesucher möchten wir auf mögliche Gefahren durch die anhaltende Trockenheit hinweisen:

Pressemitteilung des Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Leipzig

Dürre stresst unsere Wälder

Viele Bäume erkranken und sterben ab

 Die Bäume in unseren Wäldern leiden an Durst.

Die Niederschläge von 2019 liegen zwar nur leicht unter dem Niveau des Durchschnittes von 2007 bis 2018. Aber sie reichen nicht aus, das Wasserdefizit aus 2018 im Boden auszugleichen. Insbesondere in den tieferen Bodenschichten bis 1,80 Meter Tiefe ist wiederholt die höchste Dürrestufe (Stufe 5, außergewöhnliche Dürre) erreicht.

Vor allem im Süden und in der Mitte Sachsens verbesserten die Niederschläge Anfang des Monats den Anteil von pflanzenverfügbarem Wasser im Oberboden. Ausgenommen von dieser positiven Entwicklung war und ist die Region rund um Leipzig und weiterhin der Nordwesten und der Nordosten Sachsens. Hier liegen die Werte der Speicherfeuchte im Boden weiterhin nahe Null.

Die Bäume unserer Wälder sind ausnahmslos und nahezu unabhängig von der Baumart gestresst. Viele trocknen in wenigen Wochen aus, was an der roten  Nadelfärbung bei Nadelhölzern ohne Rindenverlust und bei Laubbäumen an vertrocknetem, meist gelbem und völlig abgeworfenem Laub erkennbar ist. Ob ein Baum noch lebt erkennt der Förster am noch grünen Kambium am Stamm und in der Krone.

Die meisten Bäume sterben aber durch die Kombination Wasserstress und Befall durch massenhaft auftretende Insekten oder Pilzsporen.

So bringen die Dürre und Komplexkrankheiten zum Beispiel Altbuchen bei Döbeln, Leisnig und Naunhof zum Absterben.

Durch die Wärme und Trockenheit vermehren sich verschiedene Borkenkäferarten massenhaft und bringen ganze Wälder bei Leisnig, Colditz, Naunhof und Wermsdorf zum Absterben. Fichtenwälder sind betroffen, aber leider auch große Lärchen- und Kiefernbestände. Wichtig ist hier das sofortige Aufarbeiten des befallenen Holzes, um eine erneute Brut in den absterbenden Nadelbäumen und vor allem die Weiterverbreitung der Borkenkäfer zu verhindern.

Die Ahornarten leiden unter dem Rußrindenpilz, der vor allem in den Auwaldbereichen wie dem Eichholz nahe Leipzig aber auch anderswo hunderte Bäume zum Absterben bringt.

Die Eschen sind vorgeschädigt durch eine Pilzart, die das Eschentriebsterben verursacht, zusätzlich tritt jetzt im Eichholz massiv der Eschenbastkäfer auf, der die Bäume letal schädigt.

Die Förster sind mit Hilfspersonal im Dauereinsatz und überprüfen die Bestände. Was wirklich helfen würde, ist viel Niederschlag.

Herr Kühns, Leiter der Abteilung Landeswald, summiert traurig auf und rechnet in 2019 mit rund 300.000 abgestorbenen Bäumen im gesamten Forstbezirk Leipzig. Bis jetzt wurden 64.000 m³ Schadholz aufgearbeitet, das entspricht ungefähr 130.000 Bäumen.

Die abgestorbenen Bäume werden überall dort dringlich entnommen wo eine Gefährdung von Menschen im Vordergrund steht. Das heißt im Zuge der Verkehrssicherung werden öffentliche Wege und Straßen im Wald, Parkplätze und Erholungseinrichtungen kontrolliert. Die Förster weisen an, gefährlich werdende tote Bäume zu entnehmen. Dabei ist die Situation für die Förster und das knappe Personal schwierig, da die gesamte Waldfläche betroffen ist.

Vorsicht ist dennoch immer für Waldbesucher bei den vielen abgestorbenen Bäumen geboten. Die zunehmende Gefahr besteht vor allem durch schwere herabfallende, dürre Äste.

Viele Freiflächen entstehen und erweitern sich in unseren Wäldern, die Förster planen Wiederbewaldung mit Baumarten, die dem jetzigen Wetterverlauf gewachsen sind. Dabei wird Naturverjüngung von standortsgerechten Bäumen gern übernommen. Doch es gibt auch Freiflächen auf denen sich keine natürliche Verjüngung einstellt. Dort arbeiten die Förster mit Pflanzungen. Im Jahr 2019 wurden im Frühjahr bereits 70 Hektar aufgeforstet, im Herbst werden noch 30 Hektar hinzukommen. Die in diesem März gepflanzten Bäumchen sind unsere Hoffnungsträger, denn bis jetzt haben die Frühjahrsniederschläge ausgereicht und die kleinen Bäume der Zukunft wachsen gesund und grün.