Geotope
Geotope2019-08-05T10:09:37+02:00

Geotope

Geotope sind geologische Sehenswürdigkeiten wie Steinbrüche, besondere Gesteinsformationen, Gesteinsaufschlüsse, besondere Landschaftsformen oder Mineralquellen. Sie sind Fenster in die Erdgeschichte und in den Untergrund. Geotope tragen Spuren vom Werden und Vergehen riesiger Gebirge, vom Wechsel klimatischer Verhältnisse und vom Verlauf der Flüsse. Von den vielen Geotopen im Geopark Porphyrland zählen zwei – die Wind- und Gletscherschliffe in den Hohburger Bergen und der Porphyrtuff vom Rochlitzer Berg – sogar zu den bedeutendsten Geotopen in Deutschland.
Geotope sind in der Regel frei zugänglich. Bitte beachten Sie die markierten Betretungsverbote an den Steinbruchkanten und respektieren Sie bei dem Besuch von Geotopen die Belange des Geotop- und Naturschutzes! Geotope sind nicht nur einzigartige Zeugnisse der Erdgeschichte, sie sind auch Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten. Wenn Geotope einmal zerstört sind, sind sie unwiederbringlich verloren.

Kirchbruch Beucha

Der Beuchaer Granitporphyr (Mikrosyenogranit) ist vor allem durch den Einsatz beim Bau des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig bekannt geworden. Er entstand aus sauren, quarzreichen Magmen, die in Form von Gängen und Stöcken erkalteten. In die Gesteinsgrundmasse sind zahlreiche millimeter- bis zentimetergroßen Einsprenglingen eingestreut. Es wurde aufgrund seiner guten Spaltbarkeit, Festigkeit und hohen Verwitterungsbeständigkeit bereits seit dem 15. Jahrhundert als Werkstein in zahlreichen Gebäuden der Region verbaut.

„Großer Monolith“ und Knollenstein „Teufelsstein“

Im Thümmlitzwald bei Grimma finden sich entlang der Wanderwege zahlreiche solitär stehende Steine - zwei von sind der „Große Monolith“ und der „Teufelsstein“. Das verwitterungsbeständige Gestein entstand im Tertiär durch Zementation von Sanden und Kiesen durch kieselsäurehaltige Wasser (Tertiär-, Braunkohlen-, Süßwasserquarzite, Knollensteine).

„Eulenkluft“ bei Wechselburg

Die Eulenkluft bei Wechselburg ist eine ca. 50 Meter m hohe Felswand linksseitig der Mulde. Sie besteht aus sog. Garbenschiefer, einem kontaktmetamorphen Gestein, das seinen Namen durch die zentimetergroßen Mineralbildungen auf den Schieferflächen erhalten hat. Der Garbenschiefer ist Teil des Schiefermantels des sog. Granulitgebirges, einer aus metamorphen proterozoischen Gesteinen bestehenden geologischen Baueinheit in Sachsen.

Spitzberg

Seinen Namen erhielt der Spitzberg durch seine einstige Kegelform, die leider dem intensiven Bergbau der Region zum Opfer fiel. Der Spitzberg wurde von 1888 bis 1928 zur Gewinnung einer pyroxenarmen Abart des Hohburger Quarzporphyrs genutzt. Heute ist das Gebiet um den Spitzberg ein Naturschutzgebiet. Zahlreiche selten Tier- und Pflanzenarten sind hier heimisch.

Versteinerter See bei Börtewitz

Der „versteinerte oder fossile See“ Börtewitz ist ein Flächennaturdenkmal bei Börtewitz. In einem offenen Schurf, Relikt von mehreren geowissenschaftlichen Grabungen, sind mehr oder wenig geschichtete Seesedimente aufgeschlossen. Darin konnte ein reichhaltiges Fossilmaterial - Pflanzenreste, Ostracoden, Conchostracen, Insekten, Myriapoden, Fische und Amphibien - aus der Permzeit gefunden werden. Diese Fossilien sind für die Rekonstruktion der damaligen Lebewelt und auch von internationaler Bedeutung.