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GeoRohstoff2020-03-26T13:19:54+01:00

Rohstoffe aus dem Geopark Porphyrland als Grundlage für Handwerk, Architektur, Industriekultur und Leben

Steine sind Rohstoffe

Der Geopark Porhyrland ist mit ca. 50 verschiedenen Gesteinsarten außerordentlich steinreich. Hier liegen Locker- und Felsgesteine aus 300 Millionen Jahren Erdgeschichte dicht beieinander. Ursache für den Stein- und Rohstoffreichtum sind der Supervulkanismus im Perm, die Ablagerungen der Ur-Nordsee in der Braunkohlenzeit (Tertiär) und die Gesteine aus der Eiszeit.

Porphyre, geologisch exakter Rhyolithe, werden schon seit Jahrhunderten als Baustoffe und Werksteine genutzt. Hervorzuheben sind die Porphyrtuffe des Rochlitzer Berges und der Granitporphyr aus den Steinbrüchen um Beucha. Demgegenüber fristen die mehr grauen Quarzporphyre aus der Wurzener Region ein bescheidenes Dasein. Für den heutigen Verkehrsbau (Bahn, Straße) sind sie aber als hochwertige Schotter und Splitte nicht zu ersetzen.

Weißes Gold

Das Verwitterungsprodukt der Porphyre, der Kaolin, wird zwischen Mügeln und Wermsdorf seit rund 300 Jahren abgebaut. Ohne die „weiße Erde“ von Colditz hätte der Alchimist Johann Friedrich Böttger im Jahre 1708 nicht das für Europa erste weiße Hartporzellan herstellen können. Bis heute ist Kaolin für die Keramikindustrie ein zunehmend interessanter Rohstoff, der unter Einsatz modernster Fördertechnik durch den ortsansässigen Kaolinbergbau gewonnen wird.

Wasser als Lebensgrundlage

Aber auch das in den Wasserdörfern Canitz und Wasewitz sowie in Naunhof geförderte Grundwasser sowie die Thermalheilquelle in Bad Lausick gehören zu den besonderen Rohstoffen des Geoparks.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die wichtigsten Steine und Rohstoffe im Geopark Porphyrland vor.

Rohstoffpyramide

Beuchaer Granitporphyr

Der Beuchaer Granitporphyr ist ein in rund einem Kilometer Tiefe erstarrter Magmakörper (Subvulkanit) aus der Rotliegendzeit (Perm). Durch seine Eigenschaften wie Härte, hohe Druckfestigkeit, Wetterbeständigkeit bei Frost und Tauwetter, Wasserundurchlässigkeit, Polierfähigkeit fand der Stein vielfältigen Einsatzes in Bau und Architektur.

Quarzit

Der Quarzit von Glossen ist durch Ausfällung von Kieselsäure in tertiären Sandschichten entstanden. Sein SiO2 –Gehalt liegt über 95%. Dieser Tertiärquarzit ist in 1 bis 4 Meter mächtigen Bänken abgelagert und wird von pleistozänem Lösslehm überdeckt. . Der Abbau erfolgte seit 1936 und diente zur feuerfesten Ausmauerung von Hochöfen.

Kalkstein

Kalkstein wurde am Rand der Mügelner Senke bei Paschkowitz und Schrebitz vor etwa 254 Millionen Jahren während der Zechstein-Zeit gebildet. Verwendet wird das Gestein sowohl im Bauwesen als auch in der Landwirtschaft.

Grauwacke

Der Collmberg bei Oschatz ist der älteste Berg Sachsens und eine bedeutende Landmarke der Region. Gebildet wird der Collmberg vor allem von Grauwacken. Das harte Material wurde bereits seit langer Zeit als Baumaterial verwendet.

Rochlitzer Porphyr

Der Rochlitzer Porphyrtuff ist als vulkanogener, pyroklastischer Schmelztuff (Ignimbrit) vor etwa 290 Millionen Jahren entstanden. Das Gestein wurde als klassischer Werkstein bereits seit dem frühen Mittelalter für zahlreiche kirchliche und profane Bauten verwendet.

Kaolin

Kaolin wird in unserer Region seit Ende des 18. Jahrhunderts abgebaut. Der Rohstoff wird unter anderem zur Herstellung feinkeramischer Erzeugnisse wie Steingut, Porzellan, Isolatoren und Sanitärkeramik verwendet.

Quarzporphyr

Der Quarzporphyr vom Steinberg in Sornzig, vom Lavatyp auch als "Kemmlitzer Porphyr" bezeichnet, ist ein typisches Ergussgestein. Bereits seit dem Mittelalter wurde das harte Gestein gewonnen und beispielsweise zum Bau des Klosters Marienthal und der Klostermauer verwendet.

Pyroxen-Qarzporphyr

Für den Pyroxen-Quarzporphyr von Wermsdorf ist eine plattige Absonderungsform typisch. Eingesetzt wurde und wird er vielfältig, sowohl beim Bau der Wermsdorfer Jagdschlösser als auch im Garten- und Straßenbau.