Steinbruch am Collm-Berg

Collm, Foto: Wikimedia,J. Waller
  • Geotoptyp: Auflässiger Steinbruch
  • Gestein: Quarzitische Grauwacke
  • Geologisches Zeitalter: Kambrium bis Ordovizium

Der Collmberg (slawisch: Hügel, Kuppe) bei Wermsdorf erhebt sich 316 Meter über den Meeresspiegel und überragt den umgebenden Wermsdorfer Forst um immerhin 200 Meter. Der „Collm“ kann damit nicht nur als eine der markantesten Landmarken in der heutigen Leipziger Tieflandsbucht bezeichnet werden: Als Berg ist er seit reichlich 300 Millionen Jahre sichtbar und damit – neben dem Rochlitzer Berg – nicht nur die älteste morphologische Erhebung im Geopark Porphyrland, sondern auch in Sachsen. Vom 1854 errichteten Collm-Aussichtsturm, dem Albertturm, bietet sich dem Besucher eine gute Sicht in das Tiefland und bis zum Erzgebirge.

Der Collmberg besteht aus quarzitischer Grauwacke, die im Vergleich zu anderen Gesteinen deutlich schlechter verwittert. Deshalb konnte der Berg als Härtling die Jahrmillionen überstehen. Die Grauwacke entstand aus den Sandablagerungen eines etwa vor 500 Millionen Jahren vorhandenen Meeres. Die Sande wurden im Laufe der geologischen Geschichte verfestigt, unter hohen Druck- und Temperaturbedingen umgewandelt (metamorphisiert) und während der Gebirgsbildungen in der Steinkohlenzeit (Karbon) emporgehoben. Die Grauwacke ist das älteste, freiliegende Gestein im Geopark Porphyrland, das der Besucher in die Hand nehmen kann.  Die quarzitische Grauwacke steht im auflässigen Steinbruch auf dem Collmberg an. Von 1835 bis 1959 wurde sie dort als Wege- und Hausbaumaterial gewonnen. Das extrem harte Material diente aber schon in der Steinzeit zur Herstellung von Werkzeugen.

Der aus dem Tiefland steil aufragende Collmberg war frühzeitig  Zufluchts- bzw. Verteidigungsstätte. Auf dem Gipfel findet man eine spätslawische, über tausend Jahre alte Wallanlage. Zwischen 1185 und 1259 wurde am Collmberg das Landding, die höchste Gerichtsbarkeit der Markgrafschaft Meißen, abgehalten. Seit 1902 besteht auf dem Collmberg ein geophysikalisches Observatorium der Universität Leipzig. Heute gehört es zu den zwanzig  Stationen des Deutschen Seismischen Regionalnetzes zur deutschland- und weltweiten Erdbebenüberwachung. Es ist auch für die Untersuchung des Erdschwere- und  Magnetfeldes sowie für Windmessungen in der Hochatmosphäre ausgerüstet.

Lage
04779 Wermsdorf, Ortsteil Collm

Koordinaten
N 51° 18′ 3.304476; 13° 0′ 7.2675 (WGS 84)
4569988,7; 5685596,3(Gauß-Krüger)
360717,8; 5685182,1354794 (UTM 33)

Kontakt
Gemeindeverwaltung Wermsdorf
Altes Jagdschloss 1
04779 Wermsdorf
Tel. 034364 811-0
Internet: www.wermsdorf.de

 

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Der Steinbruch am Collmberg mit anstehender quarzitischer Grauwacke, Foto: Eißmann

Der Steinbruch am Collmberg mit anstehender quarzitischer Grauwacke, Foto: Eißmann

Collm, Foto: LTM, Kati Lange

Collm, Foto: LTM, Kati Lange

Detailaufnahme der Grauwacke, Foto: Harmann

Detailaufnahme der Grauwacke, Foto: Harmann