GeoWissen
GeoWissen2018-10-11T13:01:50+00:00

Zeitreise durch 300 Millionen Jahre Erdgeschichte

Reisen Sie mit dem Geopark Porphyrland durch 300 Millionen Jahre Erdgeschichte.
Die Spuren der Vergangenheit lesen, die Auswirkungen auf die Gegenwart verstehen und die Zukunft nachhaltig gestalten, das verstehen wir als unsere Aufgabe. Dieses Wissen weiterzugeben, ist unser wichtigsten Anliegen.
Darum erwarten Sie an dieser Stelle geologische Hintergrundinformationen, Literaturhinweise, Tipps für Studierende und Angebote für Schulen. Zum Beispiel arbeiten wir mit Umweltbildungsstationen zusammen und möchten außerschulische Lernorte etablieren. Um das Geopark-Wissen bestmöglich weitergeben zu können, haben wir zertifizierte GeoRanger ausgebildet.
Das Redaktionsteam baut derzeit für Sie diese Seite auf, damit GeoWissen Schritt für Schritt um neues Wissen und Details bereichert wird. Also, ab und zu Vorbeischauen lohnt sich!

Rochlitzer Porphyrtuff

Der Rochlitzer Porphyrtuff, auch unter der Bezeichnung „Rochlitzer Porphyr“ geführt, ist das auffälligste Gestein im Geopark. Der seit Jahrhunderten vielseitig bautechnisch eingesetzte sowie künstlerisch genutzte Werkstein ziert öffentliche Bauten und Denkmäler in ganz Deutschland.
Das einzigartige Gestein innerhalb des Nordwestsächsischen Vulkanitkomplexes entstand im Zuge massiver vulkanischer Aktivitäten vor 300 bis 275 Millionen Jahren. Dank seiner Verwitterungsbeständigkeit ist es bis heute erhalten. Sein Ausgangsmaterial war, wie im überwiegenden Teil des Nordwestsächsischen Vulkanitkomplexes, kieselsäurereiches Magma. Das gasreiche und zähe Magma eruptierte in gigantischen Explosionen. Dabei wurde nicht nur Lava ausgestoßen, sondern bis in gewaltige Höhen auch Wolken aus heißen zerfetzten Gesteinen, so genannten Pyroklasten. Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und verbindet „pyr”, das Wort für Feuer, mit „klastos” für zerbrechen. Das Spektrum der Pyroklastika reicht von reinen Aschefall-Ablagerungen (Tuffen) bis zu Ablagerungen pyroklastischer Ströme, die aufgrund ihrer Dichte am Boden fließen können. Von der Temperatur zum Zeitpunkt der Ablagerung hängt es ab, ob die Partikel verschweißen und lavaähnliche dichte Gesteine ergeben oder ob poröse Massen entstehen. Das Gestein am Rochlitzer Berg ist ein überwiegend gering verschweißter Ignimbrit. Das rote, rotviolette, braune, teils graugelbe poröse Gestein wird oft von unregelmäßigen Klüften durchzogen. Es ist von zahlreichen Einschlüssen wie rundlichen Quarzen und Feldspäten gekennzeichnet und enthält Bruchstücke von vulkanischen Gläsern und von älteren Gesteinen des Untergrundes (Fremdgesteinseinschlüsse). Markant für das Vorkommen am Rochlitzer Berg sind zahlreiche, gelbliche Bänder, die das sonst rote Erscheinungsbild durchziehen.
Der 353 m über Meeresspiegel reichende Rochlitzer Berg mit seinem einzigartigen Rochlitzer Porphyrtuff ist der Rest einer mehr als 400 m mächtigen Gesteinsabfolge aus asche- und bimsreichen pyroklastischen Fließablagerungen mit unterschiedlichem Gehalt und variabler Größe an Einsprenglingen. Die einzelnen Fließablagerungen können zu differenzierten Abkühlungseinheiten zusammengefasst werden. Die im Gelände erkennbare grobe Bankung des Gesteins entspricht diesen Ablagerungs- bzw.- Abkühlungseinheiten der Dichteströme (Ignimbrit). Radiometrische Altersdatierungen zeigen einen unterpermischen Ablagerungszeitraum um 294 Millionen Jahre.